»War – ist – Wird«

18. August 2019 - 27. Februar 2020

Galerie Dorothea van der Koelen

»40 Jahre Galerie Dr. Dorothea van der Koelen«

Vernissage Sonntag 18. August 2019 um 11:30 Uhr in der CADORO Mainz-Hechtsheim

Galerie Dorothea van der Koelen

Wir freuen uns, Sie und Ihre Freunde zur Jubiläumsausstellung einzuladen. Grußworte: Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Stadt Mainz Laudatio: Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz Einführung: Prof. Dr. Gaby Gappmayr Geisteswissenschaftlerin und Tochter des verehrten Prof. Heinz Gappmayr, meinem hochgeschätzten Künstler, dem diese Ausstellung gewidmet ist. Rede der Einführung (PDF)

Teilnehmende Künstler
Lore Bert, Daniel Buren, Chung Sang Hwa, Sebastian Dannenberg, Heinz Gappmayr, Raimund Girke, Mohammed Kazem, Wulf Kirschner, Joseph Kosuth, Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler, François Morellet, Fabrizio Plessi, Arne Quinze, David Rabinowitsch, Mario Reis, Vera Röhm, Reinhard Roy, Turi Simeti, Keith Sonnier, Günther Uecker, Michel Verjux, Martin Willing, Guang-Yao Wu

40. Jubiläum der Galerie

Dr. Dorothea van der Koelen

Den Blick in die Vergangenheit zu richten, auf ihre erfolgreiche Tätigkeit als Galeristin, Kunsthistorikerin, Verlegerin und weltweit anerkannte Kuratorin zurückzuschauen, das ist für Dorothea van der Koelen nie ein zentrales Anliegen gewesen. Geboren am 6. April, scheint sie, von einem frischen Frühlingswind beseelt, ganz auf die Zukunft ausgerichtet zu sein. Was für Dorothea van der Koelen zählt, ist immer wieder das nächste große und gewagte Projekt mit und für die Kunst.

In diesem Geist sind nun schon 40 Jahre vergangen, seitdem sie als 19jährige in Mainz ihre erste Galerie ohne großes Startkapital, aber voller Tatkraft eröffnete. 40 Jahre, in denen sie Schritt für Schritt und konsequent auf den Fundamenten ihrer ersten Erfahrungen das unverwechselbare ‘Bauwerk’ für die Kunst aufgebaut hat, das ihren Namen trägt und viele ‘Räume’ hat: ihre Galerien in Mainz und Venedig, die ›Dr. van der Koelen Consulting‹, den ›Chorus Verlag‹, die ›van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft‹ und das auf 2.000 m2 angelegte Zentrum für Kunst und Wissenschaft, die ›CADORO‹ in Mainz.

Mit Hingabe, Mut und ungewöhnlicher Leistungsfähigkeit hat sie bis heute über 600 Ausstellungen und Kunst-am-Bau-Projekte in Europa, USA und Kanada, Australien, Japan und China, Südkorea und Nepal sowie Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit ihren Künstlern realisiert. 2015 erhielt sie die ›Max-Slevogt-Medaille‹.

Die Auseinandersetzung mit den Werken und das Gespräch mit den Künstlern haben für die Galeristin vor allem einen existentiellen Wert. Sie ermöglichen ihr, »die Welt mit anderen Augen zu sehen.« Dieses Erlebnis teilt Dorothea van der Koelen mit einem ihr treu gebliebenen Publikum, mit Sammlern und Kunstfreunden, Museumsleuten und Journalisten. In diesem Sinne hat sie auch die neue Ausstellung in der CADORO »WAR – IST – WIRD« konzipiert – mit Werken von Lore Bert, Daniel Buren, Chung Sang Hwa, Sebastian Dannenberg, Heinz Gappmayr, Raimund Girke, Mohammed Kazem, Wulf Kirschner, Joseph Kosuth, Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler, François Morellet, Fabrizio Plessi, Arne Quinze, David Rabinowitsch, Mario Reis, Vera Röhm, Reinhard Roy, Turi Simeti, Keith Sonnier, Günther Uecker, Michel Verjux, Martin Willing, Guang-Yao Wu

Verleihung der Gutenberg-Statuette an Dr. Dorothea van der Koelen

Verleihung der Gutenberg-Statuette an Dr. Dorothea van der Koelen - Urkunde Verleihung der Gutenberg-Statuette an Dr. Dorothea van der Koelen Verleihung der Gutenberg-Statuette an Dr. Dorothea van der Koelen - Statuette

Künstler

Heinz Gappmayr - Farben
Heinz Gappmayr Farben

Es ist kein Zufall, dass der Titel der Jubiläumsausstellung »WAR – IST – WIRD« sich auf einen ontologischen Bildtext von Heinz Gappmayr bezieht. Der Künstler und seine Familie spielten eine wichtige Rolle im Leben von Dorothea van der Koelen. Nicht zuletzt auf der tieferen Ebene von Inhalt und Bedeutung von Kunst. Der Begriff der ›Zeit‹, der sowohl im Bildtext »WAR – IST – WIRD« wie auch in anderen Bildtexten wie dem Werk »Zeit« unter unterschiedlichen Gesichtspunkten und in unterschiedlichen Dimensionen visualisiert, hinterfragt und erweitert wird, transponiert – im Kontext dieser Ausstellung betrachtet – das Ereignis, das am 18. August gefeiert wird, auf eine andere Ebene. Er transponiert das 40. Jubiläum der Galerie, ihre Geschichte wie ihre Zukunft, den Augenblick, den die Gäste zusammen erleben werden, auf eine existentielle Ebene. »Die Offenheit dieser Texte, die nichts bedeuten im Sinne einer konkret festgelegten Meinung, gefällt mir sehr, weil ich mit meiner Phantasie spazieren gehen und neue Gedanken frei formulieren kann.« (Dorothea van der Koelen) In der CADORO zeigt die Galeristin ein zentrales Werk des österreichischen Künstlers: »Farben« (1983/93, 10-teilig, je 160 x 110) mit den Primärfarben Gelb, Rot, Blau und den Nichtfarben Schwarz und Weiß, einmal in der oberen Reihe als wahrnehmbare, leuchtende Farbflächen und einmal in der unteren Reihe als purer und offener Begriff, der für alles Rote oder Blaue oder Gelbe, Schwarze und Weiße steht. Ein signifikantes Werk, in dem es um das Fundamentale in der Kunst geht, nämlich um den Dialog zwischen Vorstellung und Wahrnehmung. »Dafür existiert eigentlich Kunst. Für diesen fundamentalen Gedanken gibt es die Kunst.« (Dorothea van der Koelen)

Joseph Kosuth - For: 294 + T.R.
Joseph Kosuth For: 294 + T.R.

Joseph Kosuth ist einer der radikalsten Vertreter der analytischen Richtung innerhalb der Konzeptkunst, die sich Anfang der 1960er Jahre in den USA entwickelte. Mit seiner weltberühmten Arbeit »One and three chairs« von 1965 betont er die Gleichbedeutung von Wirklichkeit und Gegenstand mit Abbild und Begriff. In der Konzeptkunst wird das Kunstwerk durch Sprache ersetzt bzw. die sprachliche Dimension gleichrangig mit dem ‘physikalischen’ Werk gesetzt. Was zählt ist allein die Idee. »In den früheren Arbeiten von Joseph Kosuth orientieren sich die Vorstellungen und Erscheinungen, die evoziert werden, noch an Phänomenen der Wirklichkeit. In seinen späteren Arbeiten geht er einen Schritt weiter, indem er, wie Paul Klee es fordert, nicht etwas Sichtbares wiedergibt, sondern etwas sichtbar macht.« - so Dorothea van der Koelen in ihrem Text »Sprache als Begriffsbestimmung bei Joseph Kosuth«. »For: 294 + T.R.« heißt die in Mainz gezeigte zweiteilige (je 80 x 80 cm) Glas-Arbeit von Kosuth aus dem Jahr 1992. In diesem Meisterwerk von Joseph Kosuth geht es einerseits um einen Begriff, also um die Spielregel oder in anderen Worten die pure Theorie, andererseits um die Praxis, um den konkreten Zug eines Spiels. »Es geht hier genau um das Anliegen meiner Stiftung: Um die Beziehung zwischen Theorie und Praxis.« (Dorothea van der Koelen)

Keith Sonnier - Syzygy Transmitter
Keith Sonnier Syzygy Transmitter

Der in New York lebende Keith Sonnier gehört zu den bedeutendsten Lichtkünstlern weltweit. Schon Ende der 60er Jahre fing er an, mit Licht als skulptureller Materie zu arbeiten. Er experimentierte mit hell leuchtenden Lichtkörpern, Neonröhren und anderen Objekten, um die Ausstrahlung des Lichts durch verschiedene Materialien und in bestimmten räumlichen und architektonischen Zusammenhängen zu erkunden. In einem Werk wie »Syzygy Transmitter« (1992) verbindet Sonnier seine Faszination für die Natur und für die Technik mit seinem Interesse am dualistischen Prozess von Senden und Empfangen. Die leuchtende Skulptur erinnert an eine Antenne und scheint den Raum durch die Ausstrahlung von Licht und den unsichtbaren Austausch von imaginären elektromagnetischen Wellen zu gestalten und auszudehnen.

Lore Bert - Farbiger Kreis mit Goldkrone
Lore Bert Farbiger Kreis mit Goldkrone

Von besonderer Bedeutung für diese Jubiläumsausstellung sind die Werke von Lore Bert. Im Laufe der letzten 40 Jahre haben die Künstlerin und Dorothea van der Koelen erfolgreiche und visionäre Ausstellungsprojekte in Europa, USA, Afrika, in den Arabischen Emiraten, Korea, Australien, Mexiko und weiteren Ländern realisiert. 2013 begeisterte Lore Berts Ausstellung »Art & Knowledge« als offizielle Begleitveranstaltung der Biennale von Venedig über 105.000 Besucher. 2019 realisierte sie erneut zur Biennale eine fulminante Installation in der Lagunenstadt: Ein raumgreifendes Environment aus Papier und dichroitischem Glas mit dem Titel »Erleuchtung – Wege der Erkenntnis (Heureka)« in der Kirche San Samuele. Für die Jubiläumsausstellung hat die Künstlerin das großformatige Bildobjekt aus tausenden gefärbten und gekruschelten Papieren »Farbiger Kreis mit Goldkrone« realisiert. Alle Farben der Kunstwerke von Lore Bert aus den letzten 40 Jahren scheinen hier in einer unendlich wirkenden Kreisform verewigt zu werden. Ähnlich wie Sonnenstrahlen des Biennale-Bildes »Sonne« in der Kirche San Samuele und auf Banner und Einladungskarte zur Venezianischen Ausstellung, glänzt eine Krone aus Blattgold um den farbigen Kreis. Sie verleiht ihm und im übertragenen Sinn auch der Jubiläumsausstellung eine fast sakrale Dimension.

Fabrizio Plessi - Omaggio a Venezia
Fabrizio Plessi Omaggio a Venezia

Venedig, die Farben, das Wasser und die Elemente fließen in die Arbeiten des großen italienischen Meisters der Videoinstallation Fabrizio Plessi ein. Für ihn ist ein Bildschirm Materie, die er als Künstler benutzen und formen kann, um das eigene Universum zu gestalten. »Wasser transportiert Materie und Materialien. Der Bildschirm transportiert Ideen.« - so Plessi – »Ich glaube tatsächlich, dass Venedig mich unbewusst dem Video als künstlerisches Element nahe gebracht hat, dem Video als nicht greifbarem, flüssigem Element, das sich stets verwandelt und das genauso wie ein instabiles Wasser im Nebel aus kleinen Lichtpunkten besteht.« Die Ausstellung zeigt u. a. eine seiner neuesten, sehr poetischen zweiteiligen Videoinstallationen: »Splash« (2019), in der das Fließen des Wassers ins Gespräch mit der vibrierenden Ausstrahlung der Farbe Grün tritt. Ein Stein fällt in unregelmäßigem Takt in den ungreifbaren, flüssigen Raum und setzt einen Akzent zur ausgelösten meditativen Stimmung. Gleichzeitig ist die historische Video-Skulptur Omaggio a Venezia zu sehen, mit der Dorothea van der Koelen 2001 ihre Venezianische Galerie eröffnete. In einem fragmentarischen Goldmosaik, ähnlich der Böden in der Markuskirche in Venedig) läuft ein digitaler, aufgepixelter Goldfluß, alles eingebettet in eine Konstruktion aus Cortenstahl.

François Morellet - Confrontation nº 2
François Morellet Confrontation nº 2

Zu den Meisterwerken der Ausstellung gehört »Confrontation nº 2« (2015, 206 x 206 cm) des unvergessenen, großen französischen Künstlers François Morellet, ein Stück aus der Werkserie ›strip teasing‹. Dieser Titel spielt sowohl auf das Ausziehen als auch auf das Necken eines Streifens an. »In letzter Zeit habe ich ein perverses und vielleicht seniles Vergnügen dabei empfunden, die Gegenüberstellung von zwei unverbesserlichen Gegnern, der Linie und dem Streifen, dem leichten Bleistiftstrich und der Anhäufung von breiten, mit schwarzer Acrylfarbe gemalten Bändern, auf dem gleichen Segment einer Geraden zu provozieren.« (François Morellet)

Wie von einem leichten Wind bewegt, scheinen die schwerelosen, unregelmäßigen weißen Punkte des berühmten Zero-Künstlers Günther Uecker in seinem Werk »ohne Titel« (300 x 150 cm) im Raum zu schweben – eine großartige Arbeit, die im Kontext seines Künstlerbuches »Günther Uecker, Graphein« (2002) entstanden ist. In diesem bibliophilen Jahrhundertwerk setzt sich Uecker mit den Ausformungen der historischen Schriftentwicklung seit den Anfängen der mesopotamischen Keilschrift (vor ca. 3.000 Jahren) künstlerisch auseinander und begibt sich in Dialog mit Textproben aus verschiedensten Zeiten und Ländern.

Daniel Buren
Daniel Buren 28 Elements for a Triangle

Ende der 60er Jahre begann Daniel Buren mit einem einzigen künstlerischen ‘Motiv’ den Raum zu gestalten, in dem er 8,7 cm breite weiße (alternierend mit farbigen) und stets vertikal verlaufende Streifen an Architekturen oder ‘in situ’ installierte. Bis heute dienen ihm diese Streifen als visuelles Werkzeug. Das gestreifte, mehrteilige Dreieck des Künstlers, das heute in Mainz gezeigt wird, »28 Elements for a Triangle« scheint die linke Hälfte eines Bildes, eines Quadrats, zu beschreiben, lässt aber die andere Hälfte des Bildes offen. Dadurch wird der Blick des Beobachters rechts in einen unbegrenzten Raum geleitet, in dem alles möglich ist. »Die Dynamik des Bildes ist schräg und verläuft von links nach rechts. Es scheint dadurch auf eine offene, noch nicht festgelegte Zukunft hinzuweisen.« (Dorothea van der Koelen)

Turi Simeti - 9 ovali gialli
Turi Simeti 9 ovali gialli

Die Werke des italienischen Meisters Turi Simeti ermöglichen eine andere, dreidimensionale Erfahrung von Licht, Form und Raum. Seine berühmten ‘Ovale’ ragen aus der flachen Dimension des Bildes heraus und scheinen wie Skulpturen zu stehen, sich zu drehen und zuweilen fast sogar im Raum zu ‘tanzen’, wie die zehn Ovale in seinem roten Bild »10 ovali rossi« (100 x 120 cm, 2019). Eine andere Ausstrahlung hat die Bildkomposition des Werkes »9 ovali gialli« (120 x 100 cm, 2019): In die Farbe des Südens und der Sonne eingetaucht, ruhen die neun Ovale in der unteren Hälfte des Bildes und suggerieren Anmut.

Turi Simeti - 10 ovali rossi
Turi Simeti 10 ovali rossi
Mohammed Kazem - Fixing Nothing (blue)
Mohammed Kazem Fixing Nothing (blue)

Erfrischend, radikal und gewagt wirken schließlich die Bilder und die Skulptur von zwei jungen Stars der internationalen Kunstszene: Mohammed Kazem und Arne Quinze. Beide sind dem Publikum der Galerie van der Koelen schon längst ein Begriff. Dem arabischen Künstler Mohammed Kazem aus Dubai hat Dorothea van der Koelen eine Einzelausstellung zu seinem 50. Geburtstag in Mainz gewidmet. In seiner Werkserie »Directions« beschäftigt sich Kazem mit Koordinaten, die er in Form von Zahlen im Bild visualisiert, um unterschiedliche Facetten von Zeit, Ort und Raum zu analysieren. Eine konzeptuelle Festlegung und Visualisierung dieser Begriffe, die mit existentieller Orientierungslosigkeit und Neuorientierung in Dialog zu treten scheinen. Mit seinem Werk »Fixing Nothing (blue)« (120 x 120 x 9 cm) aus dem Jahr 2015 betont der Künstler die Schönheit des Nutzlosen in der Kunst, in dem er ein Raster aus 100 Schrauben baut, die auf den ersten Blick eine technische Funktion zu erfüllen scheinen. Sie erfüllen aber keine Funktion, sondern formen ‘nur’ eine spannende, dreidimensionale Struktur, die ein schönes Licht- und Schattenspiel ermöglicht und zugleich auf die stetige Veränderung des Seins hinweist, in dem man nichts fixieren kann.

Arne Quinze - Arroyo
Arne Quinze Arroyo

Im Garten der CADORO wird die großformatige Skulptur »Arroyo« aus dem Jahre 2019 von Arne Quinze gezeigt. Sie stammt aus seiner neuen farbigen, geradezu malerischen Skulpturenserie »My Secret Garden«, die in Valencia gerade Furore macht. »Die Schönheit der Natur hat den Künstler wieder inspiriert" – heißt es im Text zum Projekt. Diese Skulpturen sind wie ein Ergebnis von Naturprozessen, die organisch entstehen und sich, um das Gleichgewicht zu behalten, im Dialog zwischen stets anziehenden und abstoßenden Impulsen formen und dabei ihre ›electric bright colours‹, wie Quinze sagt, entfalten »Sie symbolisieren meine Überlegungen über die steigende Diskrepanz zwischen der Vielfalt der Natur und dem fortwährenden Wachstum monotoner Städte.« (Arne Quinze). Mit diesen Skulpturen schafft Quinze eine Symbiose zwischen zwei fundamentalen Gegensätzen: Kunst und Natur.

David Rabinowitch
David Rabinowitch Freely Bounded Conic Mass Planes (in 10 Masses)

Unter den weiteren Highlights der Ausstellung ragen sicherlich die Werke von David Rabinowitch heraus: Das ungewöhnliche und seltene Werk »Freely Bounded Conic Mass Planes (in 10 Masses)« in 130 x 100 x 13 cm (aus 130 mm Stahlblech) aus dem Jahr 1970 und zwei einzigartige Zeichnungen, die den Titel »Construction of Vision« (1970, je 76 x 54 cm) tragen. »In diesen wunderschönen, klaren und doch sehr poetischen Zeichnungen steckt die pure Idee des Kunstwerkes, die in den Gesten des Schneidens und des Bohrens angedeutet wird.« (Dorothea van der Koelen).

Vera Röhm - Bogentor
Vera Röhm Bogentor

Vera Röhm zeigt eine bogenförmige, 250 cm große neue Skulptur aus dem Werktypus der »Binome«, aus Corteenstahl mit Plexiglas, mit dem Titel »Bogentor«.

Mario Reis - Naturaquarelle
Mario Reis Naturaquarelle

Mario Reis präsentiert eine Komposition aus sechs Naturaquarellen (je 110 x 110 cm), die in einem komplexen Verfahren jeweils von einem bestimmten Fluss gewissermaßen selbst ‘gemalt’ wurden: »Antler Creek« (British Columbia Kanada, 1994), »Pleasent Creek« (USA, 2000), »Red Canyon Creek« (USA, 1994), »Dolores River« (USA, 2000), »Snake Creek« (USA, 1999), »Gray Copper Creek« (USA, 2001).

Martin Willing - Gestrecktes Hyperboloid, Höhenachse zehnfach
Martin Willing Gestrecktes Hyperboloid, Höhenachse zehnfach

Martin Willing ist mit drei Skulpturen vertreten: »Gestrecktes Hyperboloid, Höhenachse zehnfach« (2006/2008, 130 x 18 x 18 cm), »Sich in den Raum windender Stab« (1987, Höhe 73 cm, Durchmesser 69 cm), »Kugel, tangential« (2018/2019, Höhe 24 cm, Durchmesser 23 cm).

Reinhard Roy ist mit dem Bild »P – 2710« (100 x 100 cm) und dem zweiteiligen neuen und eigens für die Ausstellung entstandenen weißlackierten, kreisförmigen Holzobjekt »O – 2209« (13 x 55 cm) vertreten.

Raimund Girke - lichtes Strukturfeld
Raimund Girke lichtes Strukturfeld

Von Raimund Girke präsentiert die Galeristin u.a. ein großformatiges, malerisches Werk mit dem Titel »lichtes Strukturfeld« von 1999, in dem er es schafft, eine unglaubliche Dynamik, eine komplexe Tiefe und ein zart leuchtendes Weiß vibrieren zu lassen.

Guang-Yao Wu - Zwei graue Striche
Guang-Yao Wu Zwei graue Striche

Neben der großartigen Leinwand »Zwei graue Striche« (2017, 205 x 205 cm) stammt auch die große Wand-Installation aus Mikrophonkappen im Foyer der CADORO vom chinesischen Künstler Guang-Yao Wu: »Bild B«, eine Struktur aus 49 Vierpässen.

Guang-Yao Wu - Bild B
Guang-Yao Wu Bild B
Wulf Kirschner
Wulf Kirschner

Wulf Kirschner ist mit der vierteiligen Stahlskulptur »Vier Bleche gebogen« (je 60 x 80 cm) aus dem Jahr 1985 vertreten (die das Cover von Band 1 der Katalogreihe »Dokumente unserer Zeit« ziert) sowie mit zwei verschiedenfarbigen Frottagen: »Frottage blau« (100 x 70 cm) und »Frottage ocker« (100 x 70 cm) beide 1991.

Neben diesen beiden Werken hängt eine gleich große schwarz-weiße Frottage des koreanischen Künstlers Chung Sang-Hwa aus dem Jahre 1987, die noch von seiner Einzelausstellung in Mainz im Jahre 1989 stammt.

Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler
Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler

Die jüngste Generation ist mit den mutigen, experimentellen Werken von Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler vertreten – u. a. »They (6)« (2019, 60 x 50 x 50 cm) und »Lineas« (2018, 95 x 95 cm), die in ihrer erfinderischen Präzision besonders faszinierend und auch humorvoll wirken und in ihrem künstlerischen Medium einen deutlichen Spiegel der Zeit geben

Sebastian Dannenberg - shortcut – red
Sebastian Dannenberg shortcut – red

sowie mit den minimalistischen Arbeiten von Sebastian Dannenberg: »shortcut – red« und »shortcut – blue«, 2019 (je 133 x 91 cm). Dannenberg verbindet in seinen Werken eine extrem minimalistische Form – denn die ‘Bilder’ bestehen gewissermaßen nur aus ihrem Rahmen, das eigentlich Bild fehlt und entsteht nur in der Vorstellung des Betrachters – mit einer malerischen Komponente auf eine spannende Weise.

Presseinformation

Galerie Dorothea van der Koelen

CADORO